Problemstellung
Bei der Angabe von "levels of evidence" in den Leitlinien der DEGAM geht es darum, auf transparente
und verläßliche Weise die Grundlage zu dokumentieren, auf der die Empfehlungen beruhen. Dies geschieht,
wie bei vielen anderen internationalen Initiativen zur Leitlinienentwicklung1, mit verschiedenen Bewertungsstufen,
levels of evidence, und daraus resultierenden Graden der Stärke der Empfehlung einer Leitlinie.
Diese Stufen müssen klar definiert sein, die Anwender müssen mit den zugrundeliegenden Begriffen vertraut sein und das Vorgehen muß
für die Leser der Empfehlungen nachvollziehbar sein. Dieses Autorenmanual präzisiert die Definitionen der bisher verwendeten Skala,
berücksichtigt die neuesten Entwicklungen der klinischen Epidemiologie und gibt praktische Hilfen zur Einstufung.
Die Differenzierung nach Fragestellungen und konkreten Kriterien für prognostische und diagnostische Studien beruht zum großen
Teil auf den Arbeiten der Gruppe um David Sackett ; sie wurden allerdings dem Kontext entsprechend modifiziert.
Neu an diesem Autorenmanual ist jedoch, daß bisher keine Bewertungsstufen für symptomevaluierende2 bzw.
differentialdiagnostische3
Studien publiziert wurden. Für symptomorientierte, gleichwohl evidenzbasierte Leitlinien ist dies jedoch sehr wichtig.
Praktisches Vorgehen
Das Verfahren der Einstufung einer Original-Publikation vollzieht sich in drei Schritten, die hier detailliert beschrieben werden:
Für eine weiterführende kritische Beurteilung von Studien sei auf die kürzlich erschienene deutsche Übersetzung
des Standardlehrbuches von Fletcher4 verwiesen. Für kritische Anmerkungen sei Frau Dr. Regina Kunz, MSc, Charité,
Berlin ganz herzlich gedankt.
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Autor
PD Dr. med. Norbert Donner-Banzhoff, MHSc
Abteilung für Allgemeinmedizin, Rehabilitative und Präventive Medizin
Medizinisches Zentrum für Methodenwissenschaften und Gesundheitsforschung
Philipps-Universität
Robert-Koch-Str 7A
35033 Marburg
Tel.: 06421-2865-119
Fax: 06421-2865-121
E-mail: norbert@mailer.uni-marburg.de
Literatur
1 The Canadian Task Force on the Periodic Health Examination. The Canadian Guide to Clinical Preventive Health Care. Ottawa: Health Canada; 1994.
2 Donner-Banzhoff N, Kunz R, Rosser WW. Studies of symptoms in primary care. Family Practice (angenommen).
3Richardson WS et al. Users' Guides to the Medical Literature. XV:How to Use an Article About Disease Probability for Differential Diagnosis. JAMA 1999;281:1214-9.
4 Fletcher RH, Fletcher SW, Wagner EH. Klinische Epidemiologie. Grundlagen und Anwendung. Wiesbaden: Ullstein Medical; 1999 (78 DM).
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