AG Klimawandel/Gesundheit

Die Veränderung des Klimas hat direkte Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und das Gesundheitswesen.
Auch bei einer Begrenzung des maximalen globalen Temperaturanstieges auf unter 2 Grad Celsius in diesem Jahrhundert - wie im Paris-Abkommen 2015 vereinbart - werden die Auswirkungen des Klimawandels zunehmende Bedeutung in der hausärztlichen Primärversorgung erlangen. In absehbarer Zukunft werden Extremwetterereignisse wie Starkregen und Hitzewellen mit direkten Gesundheitsgefahren, die Ausbreitung vektorbedingter Erkrankungen, allergischer Atemwegserkrankungen durch invasive Pflanzenarten, klimabedingte psychische Erkrankungen, Erkrankungen durch toxische Algenblüten sowie die Zunahme von Hautkrebserkrankungen und vorzeitige Todesfälle durch Luftschadstoffe zunehmend wichtige Themenfelder in der Patientenversorgung sein.

Die DEGAM erkennt im Zusammenhang von Klimawandel und Gesundheit die Bedeutung der Begrenzung einer maximalen Erderwärmung in diesem Jahrhundert um 1,5 Grad an und setzt sich als wissenschaftliche Fachgesellschaft dafür ein. Der Public-Health-Gedanke für die hausärztliche Tätigkeit und vernetztes systemisches Denken werden dabei ebenso gestärkt wie die Bedeutung der Primärversorgung. Bei der Entwicklung von Leitlinien und bei der Beteiligung an S3-Leitlinien sollen klimarelevante Faktoren geprüft werden.
Die DEGAM strebt in ihrer Organisation und bei Veranstaltungen eine Klima-Neutralität an. Die Maßnahmen sollen in einer Nachhaltigkeits-Agenda entwickelt werden.

Die AG Klimawandel und Gesundheit setzt sich zudem folgende Ziele:

1) Wissensvermittlung zu den Zusammenhängen von Klimawandel und Gesundheit und Auswirkungen auf die Primärversorgung in Deutschland unter Berücksichtigung des internationalen auch interdisziplinären Forschungsstandes und Entwicklung einer entsprechenden Organisationskultur.

2) Verbesserung der patientenbezogenen Versorgungsqualität in Hausarztpraxen in Bezug auf klimafolgenbedingte Gesundheitsfragen wie beispielsweise zu Hitzewellen und vektorbezogenen Erkrankungen durch etwa S1-Handlungsempfehlungen.

3) Propagieren der ressourcenschonenden und resilienten Hausarztpraxis auch im Sinne einer Vorbildfunktion. Hier sollten zur Umsetzung auch S1-Handlungsempfehlungen entwickelt werden.

Wer Interesse an einer Mitarbeit hat, kann sich gerne melden.

AG-Sprecher (kommissarisch): Dr. Jana Husemann (Hamburg) und Dr. Ralph Krolewski (Gummersbach)