Presse-Statement zum Kongress: DGMS

Unsere Gesundheit wird nicht allein durch individuelle Voraussetzungen oder medizinische Versorgung beeinflusst. Sie wird wesentlich durch soziale Lebensbedingungen, gesellschaftliche Strukturen und die Möglichkeiten zur Teilhabe geprägt. Ein Kernthema der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) sind daher gesundheitliche Ungleichheiten. Dabei richtet sich unser Blick sowohl auf die Allgemeinbevölkerung als auch auf Patient*innengruppen und ihre unterschiedlichen Lebens- und Versorgungssituationen. Im Fokus stehen sowohl die Entstehung von Gesundheit und Krankheit als auch der Zugang zur, Inanspruchnahme und Qualität von medizinischer Versorgung.

Die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen zeigen, wie wichtig es ist, diese Fragen nicht innerhalb einzelner Disziplinen zu bearbeiten. Demografischer Wandel, soziale Ungleichheit, gesellschaftliche Polarisierung, knappe Ressourcen und Veränderungen in den Versorgungsstrukturen verlangen nach unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven und gemeinsamen Lösungsansätzen. Genau darin liegt für uns die besondere Relevanz dieses Kongresses.

Die gemeinsame Jahrestagung von DEGAM, DGSMP, DGMS und EbM-Netzwerk bringt Perspektiven zusammen, die sich in besonderer Weise ergänzen: die Analyse gesellschaftlicher und sozialer Bedingungen von Gesundheit und Krankheit, den Blick auf Prävention und Bevölkerungsgesundheit, die Erfahrungen aus der hausärztlichen und patient*innennahen Versorgung sowie die systematische Bewertung wissenschaftlicher Evidenz. An vielen Stellen beschäftigen uns dabei dieselben Fragen: Wen erreicht unsere Gesundheitsversorgung – und wen nicht? Was sind mögliche Gründe für fehlende Inanspruchnahme? Wie können gesundheitspolitische Reformen sozialgerecht gestaltet werden? Wie können wissenschaftliche Erkenntnisse in eine Versorgung übersetzt werden, die wirksam ist und zugleich unterschiedlichen Lebenslagen gerecht wird?

Der gemeinsame Kongress schafft einen Raum, diese Fragen über Fachgrenzen hinweg zu diskutieren, voneinander zu lernen und unterschiedliche Sichtweisen miteinander zu verbinden. Gerade vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher und (gesundheits-)politischer Entwicklungen ist dieser Austausch für uns von zentraler Bedeutung. Denn Gesundheit gemeinsam zu gestalten, bedeutet auch: miteinander ins Gespräch zu kommen, gemeinsame Verantwortung zu übernehmen und wissenschaftliche Erkenntnisse so zusammenzuführen, dass sie den Menschen zugutekommen.


Pressekontakt

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Institut für Medizinische Soziologie
Universitätsmedizin Halle
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