DEGAM-Leitlinie des Monats

Die Leitlinienarbeit zählt zu den Herzstücken der DEGAM-Publikationen. In lockerer Reihenfolge stellen wir Ihnen an dieser Stelle für jeden Monat eine Leitlinie des Monats vor.

Das Schmankerl: Aus den Leitlinien-Teams schildert jeweils eine Autorin / ein Autor, was diese Leitlinie so besonders macht - und warum sie aus dem hausärztlichen Praxisalltag nicht wegzudenken ist.

September 2026: S2e - Schutz vor Über- und Unterversorgung - gemeinsam entscheiden

Diese Leitlinie soll im Praxisalltag dabei helfen, schädliche Überdiagnostik sowie unnötige Therapien gezielt zu vermeiden. Gleichzeitig unterstützt sie dabei, notwendige Maßnahmen rechtzeitig zu erkennen, um eine leitliniengerechte und bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen.

Das sagt Prof. Dr. med. Martin Scherer, Autor der Leitlinie:

Das Highlight: Die wichtigste Botschaft der Leitlinie ist, dass gute Medizin nicht darin besteht, möglichst viel Medizin zu machen, sondern die richtige Medizin. Über-, Unter- und Fehlversorgung lassen sich nur vermeiden, wenn evidenzbasierte Medizin, ärztliche Erfahrung und die Präferenzen der Patientinnen und Patienten gemeinsam in die Entscheidungsfindung einfließen.

Wichtiger Praxis-Nutzen der Leitlinie: Die Leitlinie unterstützt Hausärztinnen und Hausärzte dabei, diagnostische und therapeutische Entscheidungen bewusster zu treffen und gemeinsam mit ihren Patientinnen und Patienten Nutzen und mögliche Schäden medizinischer Maßnahmen abzuwägen. Damit stärkt sie nicht nur die Qualität und Sicherheit der Versorgung, sondern hilft zugleich, knappe personelle und finanzielle Ressourcen verantwortungsvoll einzusetzen.