Bundesfortbildungskongress Allgemeinmedizin in Berlin: und wieder hat es BAM gemacht!

08. Juni 2026

Zwei Tage voller Energie, Austausch und moderner Didaktik: Am 5. und 6. Juni 2026 fand in Berlin-Neukölln zum dritten Mal der Bundesfortbildungskongress Allgemeinmedizin (BAM) zur hausärztlichen Fortbildung statt. Erneut wurde der BAM zum Treffpunkt für Lernen, Austausch und neue Ideen für die hausärztliche Praxis. Veranstaltet wird der jährliche Kongress vom Institut für Hausärztliche Fortbildung (IHF) gemeinsam mit dem Hausärztinnen- und Hausärzteverband sowie der DEGAM.

Gleich in der Eröffnung sprach Florian Stigler, MD, DrPH, MPH, Allgemeinmediziner und Public-Health-Wissenschaftler, in seiner Key Note den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der Seele. Er machte Mut, inspirierte und stellte klar: "Ihr, die ihr in der hausärztlichen Praxis arbeitet, seid die beste Medizin! Denn wer eine langjährige Beziehung zum Hausarzt / zur Hausärztin hat, hat ein um 25 Prozent geringeres Risiko, vorzeitig zu sterben. Wenn es diesen Effekt als Medikament gäbe, würden es alle nehmen!" Damit war der Ton für die beiden Kongresstage gesetzt.

Moderne Didaktik, aktuelle Evidenz

Das Konzept „mehr Sessions, mehr Bühne, mehr Beteiligung“ ist bereits im vergangenen Jahr aufgegangen – und konnte in diesem Jahr noch einmal deutlich ausgebaut werden: doppelt so viele Sessions, doppelt so viele Teilnehmende. Mit über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war der Kongress bereits Monate vorher ausverkauft. Besonders viele junge Menschen fühlen sich von den interaktiven Formaten angesprochen und sind zahlreich nach Berlin gekommen, um gemeinsam zu lernen und sich auszutauschen.

Mit diesem Fortbildungsangebot für das gesamte Praxisteam haben wir erneut gezeigt: Medizinische Fortbildung geht auch anders – ohne Hierarchien, ohne Frontalunterricht, ohne Pharma-Sponsoring. In diesem Jahr lag ein besonderer Schwerpunkt darauf, für alle Gesundheitsberufe in der hausärztlichen Praxis Fortbildungsangebote zu machen: Medizinische Fachangestellte (MF), Physician Assistants (PA), Primary Care Manager (PCM) und Versorgungsassistenten (VERAH).

Und die Evidenz? Die kam nicht zu kurz – im Gegenteil: Leitlinien-Updates und thematische Sessions bildeten erneut das Herzstück des Programms. Autorinnen und Autoren gaben Einblicke in ihre Arbeit und berichteten auch vom gemeinsamen Ringen um die bestmögliche Evidenz.

Politisch denken und diskutieren

Auch gesundheitspolitisch wurde es interessant: Am Abend des ersten Kongresstages ging es unter der hübschen Überschrift "Ist das Arzt - oder kann das weg?" um die Frage, welche Aufgaben künftig in einem Primärversorgungssystem (noch) von Hausärztinnen und Hausärzten übernommen werden müssen - und welche vom Team?

Auf dem Podium des BAM kamen diejenigen zu Wort, die ein solches System tatsächlich ausfüllen werden - Hausärztinnen und Hausärzte mit ihren Teams. Für sie diskutierten::

  • Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth, Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes
  • Prof. Dr. Eva Hummers, Präsidentin der DEGAM
  • Patricia Ley, Vizepräsidentin des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V. (vmf e.V.)

Moderiert wurde die wissenschaftlich-praktische Debatte von Denis Nößler.

Die wissenschaftliche Leitung des gesamten Kongresses lag bei Dr. Sandra Blumenthal-Beier (DEGAM-Präsidium), Ruben Bernau (Institut für Hausärztliche Fortbildung) und Prof. Dr. Christoph Heintze (Charité – Universitätsmedizin Berlin).

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