DEGAM begrüßt Empfehlungen des Sachverständigenrates Gesundheit

Positive Signale durch Gesundheitsminister Hermann Gröhe für die hausärztliche Versorgung

Im Rahmen eines Symposiums hat der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR Gesundheit) sein aktuelles Gutachten vorgestellt. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bekräftigte in seiner Begrüßungsrede den Wunsch der Politik zur Stärkung der Allgemeinmedizin. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) lobt die positiven Signale zur Zukunft der hausärztlichen Versorgung.

Bereits im Juni übergab der Sachverständigenrat Gesundheit sein aktuelles Gutachten mit dem Titel „Bedarfsgerechte Versorgung – Perspektiven für ländliche Regionen und ausgewählte Leistungsbereiche“ an Bundesminister Hermann Gröhe. Die wohnortnahe Versorgung im ländlichen Raum ist einer der Schwerpunkte des Gutachtens. Dazu erklärt Prof. Erika Baum, Vizepräsidentin der wissenschaftlichen Fachgesellschaft, die seit 32 Jahren als Hausärztin in einer ländlichen Praxis arbeitet: „Wir freuen uns, dass der Sachverständigenrat Gesundheit der Allgemeinmedizin in seinem neuen Gutachten einen so großen Stellenwert einräumt. Die Empfehlungen – zum Beispiel hinsichtlich der Einführung eines obligatorischen PJ-Quartals Allgemeinmedizin – decken sich im Wesentlichen mit den Forderungen der DEGAM.“

Prof. Ferdinand M. Gerlach, Vorsitzender des Sachverständigenrates und Präsident der DEGAM, erläuterte in seinem einleitenden Symposiums-Beitrag den Status quo sowie die im Gutachten präsentierten, notwendigen Maßnahmen und Empfehlungen. Die Botschaft ist deutlich: „Abwarten ist keine Option“, betonte Prof. Gerlach, denn schließlich dauere es bei einer Ausbildungszeit von sechs Jahren und einer durchschnittlichen Weiterbildungsdauer von acht Jahren insgesamt 14 Jahre, bis ein neuer Hausarzt „gebacken“ sei. In Bezug auf die Hausärztinnen und Hausärzte empfiehlt der SVR Gesundheit vier zentrale Punkte: Die Hochschulzulassung- und finanzierung, die Ausbildung (z.B. PJ-Quartal Allgemeinmedizin), die Weiterbildung (z.B. regionale Weiterbildungsverbünde und Kompetenzzentren) und die praktische Tätigkeit (z. B. Image, Arbeitsbedingungen, Honorar). Die Finanzierung der Fördermaßnahmen in der Aus- und Weiterbildung sollte dabei laut Sachverständigenrat einer Förderstiftung  Aus- und Weiterbildung obliegen.

Die Politik hat die Zeichen der Zeit erkannt. Bundesminister Hermann Gröhe nannte die Versorgung im ländlichen Raum in seiner Eröffnungsrede eine „zentrale Aufgabe der Gesundheitspolitik“. Er betonte zudem die Wichtigkeit einer Stärkung der Allgemeinmedizin in Aus-, Weiter- und Fortbildung und nannte in diesem Zusammenhang zum Beispiel den „Masterplan Medizinstudium 2020“. „Wir begrüßen es ausdrücklich, dass der Minister die Förderung der Allgemeinmedizin in der Aus- und Weiterbildung sowie eine generelle Stärkung der hausärztlichen Versorgung bekräftigt“, so Prof. Erika Baum.

Die Sicherstellung der flächendeckenden hausärztlichen Versorgung der Bevölkerung ist für die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin eine nationale Aufgabe erstes Ranges. Der Motivation und Förderung von Medizinstudierenden sowie Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin kommt dabei eine wichtige Bedeutung zu. Die DEGAM setzt sich insbesondere für die Einführung eines PJ-Quartals in der Allgemeinmedizin und eine strukturierte, verlässliche Weiterbildung ein. Weitere Informationen dazu finden sich in den nachfolgend genannten Positionspapieren:

Pflichtquartal Allgemeinmedizin im Praktischen Jahr

DEGAM-Konzept Verbundweiterbildungplus

Unter den folgenden, hinterlegten Links finden Sie die Begrüßungsrede von Gesundheitsminister Hermann Gröhe sowie den Eröffnungsvortrag von Prof. Ferdinand M. Gerlach.

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