DEGAM-Vizepräsidentin Prof. Jutta Bleidorn stellt beim GKV-Spitzenverband wichtige Argumente für ein Primärversorgungssystem vor
Es war eine kleine, aber wirklich feine Runde am 19. Mai 2026 beim GKV-Spitzenverband in Berlin: Unter der Überschrift "Schneller zum Arzt dank Primärversorgung? Die ambulante Versorgung von morgen" hatte der GKV Spitzenverband Politik und Wissenschaft zur Podiumsdiskussion eingeladen. DEGAM-Vizepräsidentin Prof. Jutta Bleidorn (Jena) steuerte den wissenschaftlich-praktischen Input bei und schilderte eindrücklich gleich aus mehreren Perspektiven, warum Deutschland endlich ein Primärversorgungssystem braucht.
Die Zeit ist reif
Prof. Jutta Bleidorn machte in ihrem Impulsreferat deutlich: "Für die Primärversorgung als verbindliches Einschreibesystem gibt es klare wissenschaftliche Ergebnisse: Die Patienten sind zufriedener, es kommt zu weniger Krankenhauseinweisungen und Notfällen - und günstiger ist das Ganze auch noch. Außerdem stellen wir dadurch sicher, dass diejenigen, die medizinische Leistungen am dringendsten brauchen, sie auch am schnellsten bekommen. Das ist bisher überhaupt nicht der Fall. Und ja, dass das dicke Bretter sind, wissen wir alle. Trotzdem ist ein solches System längst überfällig. Umso besser, dass wir jetzt endlich die ersten Schritte machen."
Wissenschaft meets Politik
Anschließend ging es in eine gute Debatte mit den Gastgebern Dr. Stefanie Stoff-Ahnis (GKV-Spitzenverband) und der Politik, vertreten durch Janosch Dahmen, MdB, gesundheitspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Tino Sorge, MdB / CDU und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium.
Auch wenn es nicht in allen Punkten Konsens gab: Themen wie digitale Ersteinschätzung, Vergütungsanreize, Versorgungspfade und Terminvergaben etc. wurden konstruktiv und vertiefend diskutiert. Sehr gelungen!
Gutes Medienecho
Da zahlreiche Medien anwesend waren, freuen wir uns über ein aussagekräftiges Medienecho:
- Debatte um digitale Tools bei der Primärversorgung (AOK Bundesverband / G+G)
- Ein Systemwechsel als „digitales Hütchenspiel“ – oder als „Mammutstrukturreform“? (Ärzte Zeitung)
- Wie lassen sich die Patienten steuern (PZ – Pharmazeutische Zeitung)
- „Schneller zum Arzt dank Primärversorgung?" (zm-online)
- Experten streiten über digitale Ersteinschätzung im geplanten Primärversorgungssystem (medinfoweb)
Bildnachweis: Andrea Katheder