Erinnerungsprojekt der DEGAM: Die Vorbereitungen für das "Leere Sprechzimmer" beim Kongress in Göttingen laufen

17. August 2026

Die Stimmen der Zeitzeug:innen sind verstummt. Ihre Berichte nicht.

Beim diesjährigen DEGAM-Kongress widmet sich das Erinnerungsprojekt der DEGAM "Das leere Sprechzimmer" dem Thema „Zwangsarbeit in der NS-Zeit und die Rolle der Ärzteschaft“.

Ein Schwerpunkt werden die Erfahrungen von Zwangsarbeitenden mit einer sogenannten „Gesundheitsversorgung“ sein, die häufig von Entwürdigung, Ausgrenzung und Willkür geprägt war. Die Berichte von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die das Team rund um Kahina Toutaoui und Dr. Thomas Maibaum zusammengetragen hat, schildern unter anderem die Bedingungen in Durchgangslagern, den Zugang zu medizinischer Hilfe, Krankheiten und die Folgen der unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen.

Zeitzeug:innen sicht- und hörbar machen

Im Juli hat das Team zu diesen Berichten vier Videos erstellt, um die Erfahrungen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sichtbar und hörbar machen. "Die Erfahrungen, mit denen wir uns auseinandergesetzt haben, sind eindrücklich und oft schwer auszuhalten. Gerade deshalb sind sie wichtig. Sie erinnern uns daran, was geschieht, wenn Entwürdigung, Entmenschlichung und Willkür ärztliches Handeln bestimmen und von einem vermeintlichen 'Gesundheitssystem' gestützt werden", berichtet Kahina Toutaoui von den Dreharbeiten.

Video-Premiere beim DEGAM-Kongress

Die Premiere der Films wird beim Kongress "Gesundheit gestalten" (30. September bis 2. Oktober 2026 in Göttingen) stattfinden. Während des Kongresses werden die Videos im Ausstellungsraum "Das Leere Sprechzimmer" durchgängig gezeigt. Das begleitende Symposium findet am 1. Oktober 2026 (11:45 bis 13:15 Uhr), ebenfalls in den Kongressräumen in Göttingen, statt.

Weitere Infos zum Kongressprogramm finden Sie auf der Kongress-Website.

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