Kollegial, offen, vielfältig: Rückblick aufs Spitzentreffen Allgemeinmedizin 2026 in Göttingen

17. März 2026

Es ist schon etwas Besonderes, dass sich alle allgemeinmedizinischen Lehrstühle mit ihren Leitungen jedes Jahr zum Spitzentreffen Allgemeinmedizin zusammenfinden, um gemeinsam an der Weiterentwicklung des Fachs zu arbeiten. Dieses Jahr standen in Göttingen die Themen Lehre (Approbationsordnung), Forschung (DEGAM-ForNet; DFG), Vernetzung und Primärversorgungssystem im Fokus. Die Atmosphäre war geprägt von Kollegialität, Offenheit und ehrlichem Interesse am Dialog. In den Gesprächen wurde deutlich, wie lebendig und dynamisch sich die Allgemeinmedizin in den letzten Jahren entwickelt hat.

Hausärztlich geleitetes Primärversorgungssystem

Ein zentrales Thema waren die intensiven Diskussionen über ein hausärztlich geleitetes Primärversorgungssystem. „Wer soll das mitgestalten, wenn nicht wir?“ – so die berechtigte Frage von DEGAM-Präsidentin Prof. Eva Hummers zum Auftakt der Debatte.

Was vor ein paar Jahren für Deutschland noch unerreichbar schien, wird inzwischen zu einer reale Option: Immer wieder wurde betont, dass es momentan eine echte Chance auf Veränderung in der ambulanten Versorgung gebe, weil der Druck im System (Defizit in Milliardenhöhe, Gesundheitssystem als Selbstbedienungsladen, Nachwuchsmangel) so hoch wie noch nie sei. Es wurde deutlich, wie groß das gemeinsame Anliegen der universitären Allgemeinmedizin ist, die Rolle der Hausarztmedizin in der Versorgung weiter zu stärken.

Einigkeit bestand auch darüber, dass die DEGAM hier in der Verantwortung ist, um Positionierungen, Versorgungspfade, Empfehlungen für Schnittstellen zu erarbeiten und die Perspektive der Allgemeinmedizin in die gesundheitspolitische Debatte einzubringen.

Der Dialog wird fortgesetzt

Was bleibt vom Spitzentreffen 2026? Intensive und gute Gespräche, viel Austausch zu Lehre und Forschung, klares Commitment zum Primärversorgungssystem, jede Menge Vernetzung & viele Ideen für neue Projekte – auch wenn es auch mal unterschiedliche Meinungen gab. Diese Vielseitigkeit und Vielfalt bei gleichzeitigem Zusammenhalt ist etwas wirklich Besonderes in der Allgemeinmedizin.

Vielen Dank an alle! Der Dialog geht weiter, spätestens am 22./23. April 2027 beim nächsten Spitzentreffen!

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