Nachruf auf verstorbenen Prof. Benno König, ehemaliger DEGAM-Präsident
Am 8. April 2026 verstarb der ehemalige DEGAM-Präsident Prof. Dr. Benno König im gesegneten Alter von 97 Jahren. Wir verneigen uns vor einer hoch angesehenen und auch menschlich beeindruckenden Persönlichkeit, die wesentlich zur Reputation unserer Fachgesellschaft und unseres Faches allgemein beigetragen hat.
Prof. König studierte Medizin in Mainz und betrieb dort von 1958 bis 1993 eine hausärztliche Praxis, die von Sohn und Tochter weitergeführt wird. Von 1977 bis 1995 war er Lehrbeauftragter für Allgemeinmedizin der Uni Mainz, wo er 1982 zum Professor ernannt wurde. Seine DEGAM-Präsidentschaft (1990-1992) fiel in die Zeit der Wiedervereinigung Deutschlands. Dabei gelang auch die Vereinigung der DEGAM mit zwei Ländergesellschaften aus der ehemaligen DDR.
Benno König kämpfte für eine zunehmende Institutionalisierung der Allgemeinmedizin an Universitäten, eine fünfjährige Weiterbildung und abschließende Prüfung im Fach Allgemeinmedizin. Engagiert und hoch kompetent setzte sich Benno König dafür ein, die Allgemeinmedizin auf Augenhöhe mit den anderen Fächern zu bringen. Auch gute Kontakte zu den damals noch zersplitterten Berufsverbänden der Allgemeinmedizin und der praktischen Ärzte waren ihm ein echtes Anliegen.
Prof. König war die Bindung der akademischen Allgemeinmedizin mit der vertragsärztlichen Praxis eine Herzensangelegenheit: „Nur wer die Probleme und Problemlösungen in einer hausärztlichen Kassenpraxis kennt, kann sie adäquat beforschen und lehren. Die DEGAM muss erreichen, dass allgemeinmedizinische Aspekte während der gesamten Ausbildung beachtet werden müssen“. In Mainz etablierte er dafür integrierte universitäre Lehrveranstaltungen, brachte Patienten mit zur Universität und leitete den Lehrbereich Allgemeinmedizin. Da er auch Hausgeburten betreute, tragen einige in dieser Zeit in Mainz-Finthen geborene Kinder aus Dankbarkeit der Eltern den Vornamen Benno.
Benno König engagierte sich in zahlreichen Institutionen wie Sozialgericht, Rotes Kreuz, kassenärztliche Vereinigung, Landesbeiräten und örtlichen Vereinen. Daneben war ihm als Zeitzeuge wichtig, die Erinnerung an die Verbrechen der Nazizeit wachzuhalten.