Allgemeinmedizin & Karriere

Die Wege in die Allgemeinmedizin sind so vielfältig wie das Fach selbst. Neben den verschiedenen Formen der Niederlassung in einer hausärztlichen Praxis gibt es zahlreiche wissenschaftliche Berufsbilder in der Allgemeinmedizin. Inzwischen haben fast alle universitären Standorte Institute und Abteilungen für Allgemeinmedizin, viele sind auf Wachstumskurs. Dementsprechend gut und vielfältig sind die Karriere-Möglichkeiten.

Um den Weg in Forschung und Wissenschaft erfolgreich gehen zu können, gibt es verschiedene Angebote zur Unterstützung für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Einige stellen wir hier vor.

Unterstützungsangebote für den wissenschaftlichen Nachwuchs

Karriereworkshop Allgemeinmedizin

Januar 2024: Workshop "Karriere in der Allgemeinmedizin" in Göttingen

Der Weg zum geplanten DEGAM-geförderten Karriereworkshop in Göttingen war lang und steinig. Aufgrund der Corona-Pandemie hatte der Workshop zuletzt 2020 stattgefunden. Und kurz vor dem Termin vom 26. bis 28. Januar 2024 wurden die Planungen durch den sechstägigen Bahnstreik nochmals ins Wanken gebracht. Doch der lange Atem von Susanne Heim als Organisatorin und Joanna Bouchi-Häfner (TEAMTAB) als Workshopleiterin zahlte sich aus. Mit Bus, Auto und den wenigen fahrenden Zügen gelang für die zehn Workshop-Teilnehmerinnen die pünktliche Anreise ans Institut für Allgemeinmedizin in Göttingen.

Nach der Begrüßung durch die Workshopleiterin und Susanne Heim als Organisatorin vor Ort wurde der 14. Karriereworkshop mit einem Blick auf die Historie eröffnet. Auch in diesem Jahr waren durch die teilnehmenden Prä- und Postdocs über die Medizin hinaus weitere Fächer wie Soziologie, Literaturwissenschaft, Geografie und Versorgungswissenschaft vertreten.

Nach einem „spielerischen“ Kennenlernen, bei dem es nicht nur um persönliche und berufliche Eckdaten ging, sondern auch um Lebenswege und Beweggründe für Entscheidungen, erzählte der stellvertretende Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Göttingen, Frank Müller, sehr offen und inspirierend von seiner beruflichen Biografie.

Die Zeitstrahl-Methode – Raum für Reflexion schaffen

Die Zeitstrahl-Methode ermöglicht, Karriereplanung ganzheitlich zu reflektieren. Es wird nicht nur die berufliche Entwicklung in den Blick genommen, sondern auch der Kontext der individuellen Biographie und die gegenwärtige Situation einbezogen: Wo komme ich her? Wo stehe ich? Wo will ich hin? Passt das zusammen? So können Stärken, aber auch Hindernisse, sowohl im Innern als auch im Außen identifiziert werden. Das Bewusstsein für die eigenen, bereits vorhandenen Ressourcen wird geschärft. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Gruppe. Sie bildet den bestärkenden, inspirierenden Resonanzraum.

Joanna Bouchi-Häfner moderierte diesen Prozess und stellte ihre Erfahrungen sowie eine psychologische Perspektive zur Verfügung. Dabei entsteht eine besondere Gruppensituation, die in Göttingen auch zum Netzwerken genutzt wurde.

Eine Voraussetzung für das Format ist dabei immer ein offener, vertrauensvoller Austausch. Denn die Themen, mit denen die Teilnehmenden sich befassen möchten, sind meist sehr persönlich. In der Abschlussrunde des diesjährigen Workshops haben die Teilnehmerinnen hervorgehoben, wie wichtig und wohltuend es war, sich ein komplettes Wochenende Zeit zu nehmen, um die eigene Karriere in der Allgemeinmedizin zu reflektieren. Dies komme im Arbeitsalltag häufig zu kurz, sei aber wichtig, auch weil die Allgemeinmedizin so viele unterschiedliche Möglichkeiten biete.

Ausblick und Dank

Den Staffelstab für die Organisation des nächsten Karriereworkshops hat Agnes Krause übernommen. Der Workshop wird vom 24. bis 26. Januar 2025 an der Medizinischen Hochschule Hannover stattfinden.

Wir danken der DEGAM ganz herzlich für die finanzielle Unterstützung, Susanne Heim für die wunderbare Organisation sowie Eva Hummers und ihrem Team der Allgemeinmedizin in Göttingen für die Gastfreundschaft und das Vertrauen.

Einen Überblick über die Historie des Karriereworkshops finden Sie hier.

Sandra Salm (Institut für Allgemeinmedizin, Goethe-Universität Frankfurt)
Kahina Toutaoui (Institut für Allgemeinmedizin, Charité-Universitätsmedizin Berlin)
Lisette Warkentin (Allgemeinmedizinisches Institut, Uniklinikum Erlangen)